Photovoltaik in Leipzig: Abnahme & Mängelprüfung – die Checkliste

Reihenhaus Photovoltaik in Leipzig

1. Abnahme verstehen: Was wird geprüft und wer ist beteiligt

  • Leistungsumfang laut Angebot, Plänen und Nachträgen

  • Sichtprüfung vor Ort, Messungen DC und AC, Funktions- und Sicherheitstests

  • Inbetriebnahme mit Protokollen, Zählerwechsel, Netzfreigabe

  • Übergabedokumente inklusive MaStR-Eintrag, Datenblätter und Schaltpläne
    Beteiligt sind in der Regel Bauherrschaft, der ausführende Fachbetrieb (Dach und Elektro) und – bei der Zählersetzung bzw. Inbetriebnahme – der Netzbetreiber bzw. Messstellenbetreiber.

2. Dach & Mechanik: Die Grundlage für Jahrzehnte

  • Unterkonstruktion passend zum Dach: Haken/Schienenlage, statische Lastverteilung, korrekte Klemmbereiche der Module

  • Dachdurchdringungen dicht und dokumentiert, Schutz- und Trennlagen auf Flachdächern unbeschädigt

  • Reihenabstände und Wartungsgassen eingehalten, keine Modulüberstände an Traufe/Ortgang/First

  • Kabelwege mechanisch geschützt, UV-stabil, Schellenabstand eng genug, keine Scheuerstellen

  • Potenzialausgleich/Blitzschutz fachgerecht verbunden, korrekte Beschilderung auf dem Dachaufstieg

3. DC-Seite: Strings, Stecker, Messwerte

  • Stecker qualitativ einheitlich (keine Fabrikatmischung), korrekt verriegelt, keine verdrehten Polaritäten

  • Stringlängen und -zuordnung gemäß Plan, MPP-Tracker sinnvoll belegt (unterschiedliche Ausrichtungen nicht in einen MPP)

  • Isolationsmessung DC bestanden, Leerlaufspannung Voc und Kurzschlussstrom Isc plausibel (Kaltfall beachten)

  • Bypass- und Optimierer-Einsatz nur dort, wo Verschattung es erfordert; Funktionsprüfung von MLPE (falls vorhanden)

  • DC-Freischalter zugänglich und beschriftet, Schleifenfläche klein gehalten

PV-Anlage aus Leipzig auf dem Dach

4. AC-Seite & Schutzkonzept: Sicher ans Netz

  • Wechselrichter standsicher, belüftet und erschütterungsarm montiert, Umgebungstemperatur geprüft

  • Überspannungsschutzgeräte DC und AC vorhanden und richtig dimensioniert, Potentialausgleich durchgängig

  • Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutz passend, Leitungsquerschnitte und Verlegeart dokumentiert

  • Netz- und Anlagenschutz parametriert, Wirkleistungs- und Blindleistungsregelung gemäß Anschlussbedingungen getestet

  • Korrekte Beschilderung am Zählerschrank: Einspeisung, Abschaltstellen, Gefahrhinweise

5. Zählerplatz & Messkonzept: Heute korrekt, morgen erweiterbar

  • Zweirichtungszähler/iMSys montiert, Zählerschrank normkonform, genügend Reserven für Erweiterungen (Speicher, Wärmepumpe, Wallbox)

  • Messkonzept eindeutig: Einspeisepunkt, Summenzähler, eventuelle Untermessungen

  • Netzfreigabe und Inbetriebnahmeprotokoll vollständig, MaStR-Registrierung aktualisiert

6. Funktionstest & Monitoring: Leistung schwarz auf weiß

  • Live-Test bei Tageslicht: Erzeugung je MPP prüfen, Abgleich mit Einstrahlung und Modultemperatur

  • Monitoringportal eingerichtet, Zugänge übergeben, Alarmregeln definiert (z. B. Stringabweichung, WR-Fehler)

  • Referenzwerte dokumentieren: Voc/Isc je String, MPP-Leistung, Netzparameter, spezifischer Ertrag am Abnahmetag

7. Dokumentation: Was in die Mappe gehört

  • Ausführungspläne: Modulbelegung, Stringplan, Leitungswege, Erdung/PA

  • Datenblätter: Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Überspannungsschutz, Stecker

  • Prüf- und Messprotokolle: Isolationsmessung, Schleifenimpedanz, RCD-Prüfung, NA-Schutztest

  • Fotodokumentation: Dachdurchdringungen, Befestigung, Kabelwege, Schilder

  • Wartungshinweise, Garantiebedingungen, Ansprechpartner, Störungshotline

8. Typische Mängelbilder – und wie Sie sie sofort erkennen

  • Unsaubere Dachdurchdringung: fehlende Manschette, Silikon als Ersatz für Abdichtung

  • Falsche Klemmbereiche am Modulrahmen oder zu geringer Randabstand

  • Verdrillte, ungeschützte DC-Kabel in Dachrinnen oder über scharfen Kanten

  • Unterschiedlich ausgerichtete Felder in einem MPP, dadurch dauerhafte Leistungsbremse

  • Fehlender oder falsch platzierter Überspannungsschutz, kein eindeutiger Potenzialausgleich

  • Stecker-Fabrikatmix, unvollständig verriegelte MC4, vertauschte Polarität

  • Fehlende Beschilderung am Zählerschrank und auf dem Dach, unklare Abschaltstellen

  • Monitoring nicht aktiviert, keine Referenzmesswerte hinterlegt

9. Leipziger Spezifika: Reihenhäuser, Denkmalschutz, Innenhöfe

  • Reihenhäuser in Gohlis/Südvorstadt: lange Winterverschattungen durch Brandwände berücksichtigen, Strings sauber trennen

  • Denkmalschutz: dezente Modulfelder, homogene Optik, Visualisierungen für WEG/Behörde archivieren

  • Innenhofakustik: Wechselrichter-Standort und Lüftergeräusche, Kabelführung in Schächten statt Außenfassade

  • Nebenbauten als Einspeisepunkte: Garagen/Carports mit kurzen DC-Strecken und sauberer Entwässerung

10. Abnahmeprotokoll, Gewährleistung und Nacharbeit

  • Mängel eindeutig beschreiben, Fotos und Messwerte beilegen, Frist zur Nachbesserung vereinbaren

  • Teilzahlungen an Abnahmestatus koppeln, Restzahlung erst nach Mängelbeseitigung

  • Nachabnahme protokollieren, Monitoring auf Normalwerte prüfen, Übergabedokumentation finalisieren

11. Mini-Check für Betreiberinnen und Betreiber

  • Stimmen Modulanzahl, Stringzuordnung und Gerätebezeichnungen mit dem Plan überein

  • Sind alle Schalter, Sicherungen und Überspannungsschutz beschriftet

  • Funktioniert das Monitoring und haben Sie die Zugangsdaten

  • Liegen alle Protokolle, Datenblätter, Fotos und Pläne digital vor

Fazit: Sauber abnehmen, langfristig profitieren

Eine gründliche Abnahme ist kein bürokratischer Akt, sondern die Versicherungs­police für Jahrzehnte. Wer Mechanik, Elektrik, Netzschutz und Dokumentation systematisch prüft, reduziert Ausfälle, beschleunigt Servicefälle und sichert verlässlich hohe Erträge. Mit dieser Checkliste wird Photovoltaik in Leipzig von der ersten Betriebsstunde an transparenter, sicherer und wirtschaftlicher.